Der Sargnagel der Klimapolitik

Wenn man versucht unvoreingenommen die deutsche Klimapolitik zu betrachten, kommt man nicht darum herum bestimmte Dinge in Zweifel zu ziehen. Der Grund ist das viele Maßnahmen in sich widersprüchlich sind. So wird das Ziel den CO2-Ausstoß zu senken, dadurch konterkariert, dass man ohne Not die Elektrizitätserzeugung aus den CO2-armen Kernkraftwerken beendet. Dazu kommt das viele Maßnahmen unnötig teuer sind und die Ressourcen zur CO2-Minderung nicht da eingesetzt werden, wo sie den größten Effekt hätten.

So kann man an den Preisen für CO2-Emissionszertifikaten ablesen, das die Grenzvermeidungskosten für eine Tonne CO2 zwischen 14 und 18 Euro liegen. (Durch den überhasteten Ausstieg aus der Kernenergie sind die Kosten von 14 auf etwa 17 Euro gestiegen.) Dennoch werden aus Gründen des Klimaschutzes Maßnahmen gefördert, deren Vermeidungskosten weit darüber liegen. So betragen die CO2-Vermeidungskosten für Windenergie bei 40 Euro je Tonne und bei Photovoltaik sogar 800 Euro (Stand 2010, Quelle). Mit anderen Worten hätte man auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien verzichtet, hätte man mit dem gleichen Aufwand an andere Stelle deutlich höhere Einsparungen erreichen können.

Wäre die Politik ernsthaft an einer Behandlung des CO2-Problems interessiert, dann würde sie versuchen ihre Ressourcen mit maximaler Effektivität einzusetzen, um die beste Wirkung zu erzielen. Da der Politik die Effektivität der gewählten Maßnahmen offenbar egal ist, können wir davon ausgehen, dass die Politik den Klimawandel nicht wirklich ernst nimmt, sondern ihn vorschiebt, um andere Ziele zu erreichen; etwa ihr Klientel zu alimentieren oder um mit sichtbaren, aber unwirksamen Maßnahmen beim Wähler zu punkten.

Gründe warum das CO2-Problem nicht ernst zunehmen wäre, gibt es viele, sie haben aber alle den Nachteil äußerst umstritten zu sein. So kann man anzweifeln, dass die Wirkung des CO2 auf das Klima wirklich so stark ist, wie der IPCC behauptet. Man kann anzweifeln, dass die Folgen des Klimawandels überwiegend negative Auswirkungen oder derart starke Auswirkungen auf die Menschheit hätten, wie behauptet. Und man kann anzweifeln, dass die Erderwärmung eine Folge der Änderung von klimatischen Prozessen ist und stattdessen davon ausgehen, dass die Erderwärmung nicht statistisch signifikant ist. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass das CO2-Problem in der anerkannten Form besteht, ist die Klimapolitik zum Scheitern verdammt.

Um eine erfolgreiche Klimapolitik zu betreiben, müsste man, wenn alle angenommenen Wirkmechanismen tatsächlich so existieren, den CO2-Ausstoß nicht nur in Deutschland und Europa sondern in der ganzen Welt kontrollieren. Das muss jedoch daran scheitern, dass eine solche Klimapolitik für eine große Anzahl an Ländern gar nicht rational ist. Die Rede ist von den Schwellen- und einigen Entwicklungsländern.

Für die Schwellenländer stellt sich die Frag ob es sich wirklich lohnt hohe Lasten in der Gegenwart auf sich zu nehmen, um Schäden in der fernen Zukunft abzuwenden. In der Regel lohnt es sich nicht die Lasten in Kauf zu nehmen, weil genau diese Lasten die Fähigkeit vermindern würden mit zukünftigen Schäden zurecht zukommen. Um gut mit zukünftigen Schäden umgehen zu können, benötigen Völker eine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass Naturkatastrophen in  wohlhabenden Ländern deutlich weniger Opfer nachsichziehen als in armen.

Ein anderes Beispiel: Selbst wenn der Klimawandel in einigen Ländern starke Einschnitte in der landwirtschaftlichen Produktivität verursacht, würden diese durch eine Übergang zu fortschrittlicheren Methoden mehr als ausgeglichen. In Nordamerika und Europa liegen für Getreide die Erträge pro Hektar zwischen 6 und 7 Tonnen, während sie in Afrika nur zwischen 1 und 2 Tonnen liegen (siehe S. 13). Man geht hingegen davon aus, das durch die Folgen des Klimawandels in den Entwicklungsländern das Landwirtschaftliche Potential um 21% zurückgehen, in den am stärksten  betroffenen Ländern wie Indien, wird das Potential um etwa 30% zurück gehen. Der Effekt von Produktivitätssteigerungen durch intensivere Bewirtschaftung der Anbauflächen ist also deutlich größer, als die durch den Klimawandel verursachten Einbußen.

Diese Beiden Beobachtungen sind keine Sonderfälle. Der wirtschaftliche Wohlstand ist immer das Spiegelbild der technischen Möglichkeiten einer Gesellschaft. Mit steigendem Wohlstand wachsen also auch die Möglichkeiten Risiken zu bewältigen, die dem Klimawandel entspringen oder von Natur aus auftreten.  Gerade arme Gesellschaften haben das Potential ihren Wohlstand um Größenordnungen zu steigern. Daher hat das wirtschaftliche Wachstum für die Länder höhere Priorität als Klimapolitik zu betreiben.

Da wir Zeiträume von 40 bis 100 Jahren und darüber hinaus betrachten, ist der Zinseszinseffekt von entscheidender Bedeutung. Dieser bewirkt dass schon eine kleine Verringerung des Wirtschaftswachstums langfristig enorme Auswirkungen hat. Der Effekt ist umso größer je höher das prozentuale Wachstum ist. Angenommen in einem Schwellenland haben wir ein Wachstum von 5% Jährlich und das Wachstum würde durch Klimaschutzmaßnahmen um 1% gesenkt, dann würde der Wohlstand in 40 Jahren vom siebenfachen des heutigen Werts auf das fünffache sinken, also um das zweifache des heutigen Werts zurückgehen. In einer Industrienation in der das Wachstum von vielleicht 2% auf 1% zurückgehen würde, würde der Wohlstand in 40 Jahren nur um 70% des heutigen Werts sinken.

Wachstumseinbußen zugunsten des Klimaschutzes hinzunehmen, ist also nur für Industrienationen attraktiv. In Schwellenländern würden sich zum einen die Wachstumseinbußen stärker auswirken, zum anderen wird hier das Wachstum dringender benötigt. Daher ist eine Politik, wie sie in der EU verfolgt wird, nicht im Interesse der Schwellenländer. Nun ist eine Klimapolitik durch Reduktion der  CO2-Emissionen nur sinnvoll, wenn sie weltweit betrieben wird. Ansonsten werden die Einsparungen in den Industrieländern durch steigende Emissionen in den Schwellenländern zunichte gemacht. Da aber die Wirkung des CO2 auf das Klima logarithmisch ist, das heißt die Wirkung einer zusätzlichen Tonne CO2 dramatisch niedriger ist, wenn sich bereits viel CO2 in der Atmosphäre befindet,  werden die Einsparungen in den Industrienationen keinen nachweisbaren Effekt haben, wenn die Schwellenländern nicht zu erheblichen Einschnitten bereit sind.

Aus den genannten Gründen kann es einen nicht wundern, wenn in Deutschland und der EU noch nicht einmal der Versuch unternommen wird, eine effektive Klimapolitik zu betreiben. Das macht die Versuche unter dem Deckmantel der Klimapolitik sekundäre Ziele zu verfolgen nicht weniger gefährlich. Zum einen sind da diejenigen, die von den umgesetzten Maßnahmen finanziell profitieren, zum andern erhoffen sich einige Ideologische Bewegungen mit Hilfe der Klimapolitik ihre Wertvorstellungen der Gesellschaft aufzupressen zu können. Ich komme also zu dem Schluss, dass Klimapolitik auch in den Industrienationen riskanter ist, als ihr möglicher Nutzen rechtfertigen würde.

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Eine Antwort to “Der Sargnagel der Klimapolitik”

  1. Manifold Says:

    Sehr interessanter Artikel! Habe ich gleich mal getwittert:

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

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