Männlichkeit als Bedrohung und Triebfeder

Ein bleibendes Thema der Männerbewegung ist die Frage, was die Männlichkeit ausmacht und wie mit ihr umzugehen ist. Da Männlichkeit eine Fassette der Sexualität darstellt, ergibt sich eine Antwort von selbst: Männlichkeit ist, was von Frauen begehrt wird. Wie wir aus eigener Anschauung oder Studium von PU-Lektüre wissen hängt diese Begehren vom Sozialen Rang und der Souveränität des Mannes ab. Da Männer im Gegensatz zu Frauen mit mehreren Partnern gleichzeitig Nachkommen haben kann, ist der Anteil Männer, die von Frauen als attraktiv empfunden werden, kleiner als umgekehrt. Das urtümliche Familienmodell war die Polygynie. Natürlich hat sich dieser Umstand auf die angeborenen Verhaltensweisen der Männer ausgewirkt. Eine Folge ist der ausgeprägte Wettbewerbsinstinkt und das Streben zur Spitze. Um bei Frauen Erfolg zu haben reicht es nicht Mittelmaß zu sein, Mann muss sich über die Anderen erheben. Hierin liegt die Ursache dafür, das Linke die Männlichkeit bekämpfen und abschaffen wollen, das natürliche Verhalten der Männer vereitelt ihren Traum einer egalitären Gesellschaft.

Tatsächlich ist diese Verhalten nicht unproblematisch und die Ursache für Konflikte. Ändern lässt es sich jedoch nicht. In jungen Jahren werden Rangkämpfe noch körperlich ausgetragen, mit zunehmendem Alter werden sie jedoch subtiler. Das Dissen ist eine Form die sich bei Jugendlichen beobachten lässt. Die Möglichkeit bei Rangkämpfen auf Gewalt zurückgegriffen wird bleibt jedoch bestehen, insbesondere wenn es nicht gelingt jungen Männern die Regeln einer Gesellschaft einzuschärfen. In vergangenen Zeiten war es eine Funktion des Patriarchats die Aggression der nachrückenden Generation zu kontrollieren.

Es ist kaum bekannt, dass das Patriarchat nicht in erster Line die Herrschaft der Männer über die Frauen bedeutete, sonder die Herrschaft der Elterngeneration über die Kinder. Zweck des Patriarchats war es die Reproduktion in bestimmter Weise zu steuern. Es sollten nur Kinder geboren werden, wenn die Familie die Ressourcen hatte sie auch durch zubringen, dafür sorgte das Verbot kein Sex vor der Ehe zu haben und die war einem Paar nur möglich, wenn der Ehemann über ein ausreichendes Einkommen verfügte. Damit sich der Mann sicher sein konnte nur die eigenen Kinder zu unterstützen, wurde die Sexualität der Frau besonders streng kontrolliert. Die Aggression der Heranwachsenden sollte durch die Autorität des Vaters gehemmt werden. Da diese durch langjährige Betaisierung oft zerstört war, musste durch Religion ein Ersatz geschaffen werden.

Mit dem technischen Wandel wurden die Funktionen das Patriarchats zunehmend überflüssig. Mit der industriellen Revolution stiegen die Löhne auch einfacher Arbeit auf ein Niveau, dass die Einschränkungen, wer eine Ehe schließen darf, von immer mehr Menschen überwunden werden konnte. Verhütung trennte die Reproduktion von der Sexualität und auch Kuckuckskinder wären dank Vaterschaftstest kein Problem, wenn sie nicht kriminalisiert werden würde. Das wichtigste ist jedoch, dass es die dynamische Wirtschaft des Kapitalismus schafft, die Aggression junger Erwachsender in produktive Bahnen zu lenken. Dem Kaputtkonkurrieren des Überkommenen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.

13 Antworten to “Männlichkeit als Bedrohung und Triebfeder”

  1. Dirk F. Says:

    „Die Aggression der Heranwachsenden sollte durch die Autorität des Vaters gehemmt werden. Da diese durch langjährige Betaisierung oft zerstört war, musste durch Religion ein Ersatz geschaffen werden.“

    Meinst Du die Betaisierung der Väter durch ihre Frauen oder der Söhne durch ihre Väter?

  2. Michel Says:

    Die der Väter durch ihre Frauen natürlich. Wobei die der Söhne durch Ideologie auch richtig wäre.

  3. Markus Says:

    Kapitalismus und Gewalt scheinen irgendwie zusammenzugehören:

    http://www.papyrossa.de/sites_buchtitel/biermann_kapitalverbrechen.htm
    Kapital-Verbrechen

    Ob das Ganze nun auch etwas mit überschießender Männlichkeit zu haben könnte, sei einmal dahingestellt. Dazu gibt es ja eigentlich die Sportplätze.

  4. Dirk F. Says:

    Glaubst Du, dass es auf den Grad der Betaisierung ohne Einfluss ist, in welchem Masse die Frau über eine eigene Fähigkeit zum Überleben (Einkommen) verfügt? Oder anders gefragt: Inwiefern ist die moderne Ausprägung der männlichen Betaisierung der ökonomischen Unabhängigkeit der Frau geschuldet?

  5. Michel Says:

    @Markus: Seit wann bist du eigentlich ein Gegner des Kapitalismus? Selbst die Vorstellungen deines Jahnkes stehen fest auf den Boden der Marktwirtschaft oder betrachtest du sein Konzept nur als Übergang zu zur Zentralverwaltungswirtschaft?
    Um noch inhaltlich auf dein Posting einzugehen, im Kapitalismus gibt es Verbrechen, aber die Alternativen zu ihm sind Verbrechen.

    @Dirk: Die Frage hat es wirklich in sich. Also einen Zusammenhang von Betaisierung und Unabhängigkeit ist auf zweierlei Arten denkbar. Einmal das Frauen wegen ihrer Unabhängigkeit die Betaisierung forcieren, dann das die Betasierung wirksamer wird, wenn sie durch Unabhängigkeit unterstützt wird. An die erste Möglichkeit glaube ich nicht wirklich, dass Unbewusste einer Frau ist einfach nicht dafür ausgestattet so etwas, wie ökonomische Unabhängigkeit zu erkennen. An der zweiten Möglichkeit hingegen ist etwa, Frauen werfen alles in die Waagschale, was dazu dient Männer zu kontrollieren, also ist ökonomische Unabhängigkeit für sie sicher hilfreich, aber m.E. nicht wirklich ausschlaggebend. Ich schätze Feministische Ideologie und sexistische Familienrichter haben einen deutlich verheerenderen Einfluss.

  6. Rechtsvorstellungen in den Weltanschauungen – Eins, die Linken « Freiheit und Optimismus Says:

    […] zu beseitigen. Warum dies Linken erstrebenswert halten könnten, habe ich bereits in einem früheren Beitrag erwähnt: Einige Aspekte der Männlichkeit sind mit einer egalitären Gesellschaft unvereinbar. […]

  7. Thomas Says:

    Befreiungsbewegung für Männer

    Hallo Zusammen,

    bitte erlaubt mir höflich, auf folgende Pressemitteilung der jungen Männerbewegung aufmerksam zu machen :

    „Eine Gruppe von Autorinnen und Autoren der aktuell im Psychosozial-Verlag erschienenen Anthologie „Befreiungsbewegung für Männer“ ist am 24. und 25. April 2009 in Nierstein zu einem geschlechterpolitischen Seminar zusammengekommen. Dabei ging es um die Frage, wie man auch die Anliegen und Bedürfnisse von Männern einer breiten Öffentlichkeit vermitteln kann, die Politik und Medien bislang einseitig auf die Forderungen von Frauen ausgerichtet haben. Nach Auffassung der Autoren kam es vor allem durch den starken Einfluss der feministischen Lobby zu einer ideologischen Verzerrung in der Geschlechterforschung und der Geschlechterpolitik.

    Auf folgende drei Leitsätze konnte sich die Autorengruppe als Grundlage ihrer weiteren Arbeit einigen:

    1.) Mann und Frau sind nicht ausschließlich kulturell, sondern auch biologisch geprägt.

    2.) Unser Ziel ist Gleichverpflichtung, Gleichbehandlung und gleiche Würde von Mann und Frau. Damit vermeiden wir die Polarisierung, an der der Feminismus gescheitert ist.

    3.) Männer und Frauen sind rechtlich gleichgestellt. Dieser Prozess ist abgeschlossen. Eine weitere Benachteiligung von Jungen und Männern schadet nicht nur den Betroffenen, sondern der Gesamtgesellschaft.

    Die Autorengruppe plant Aktionen und einen internationalen Kongress auf dem Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, Künstler, Journalisten und Psychotherapeuten (etc.) aus ihrer Arbeit berichten, die bislang keine Möglichkeiten hatten, ihre Erfahrungen in einen gesellschaftlich förderlichen Dialog einzubringen. Eben einen Dialog, der die Konflikte zwischen Männern und Frauen lösen möchte und nicht wie in den letzten drei Jahrzehnten in die lähmende Polarisierung von Täter und Opfer zu treiben versucht.

    Die Teilnehmer der Autorengruppe sind Prof. Gerhard Amendt, Claudia Fischer, Paul-Hermann Gruner, Arne Hoffmann, Beate Kricheldorf, Eckhard Kuhla und Karl-Heinz B. van Lier.

    Ihr Ansprechpartner für Journalisten und andere am Thema Interessierte ist Arne Hoffmann. Er ist telefonisch zu erreichen über 06124-721680 und online über die Kontaktmöglichkeit seiner Website http://www.arnehoffmann.com. Anfragen an andere der genannten Autoren werden zügig weitergeleitet.

    Die Herausgeber des Buches „Befreiungsbewegung für Männer“

    http://www.psychosozial-verlag.de/psychosozial/details.php?p_id=2003&ojid=8fb1389a5a3e9b12e79bef7c4ddfec5c

    Paul-Hermann Gruner und Eckhard Kuhla
    Darmstadt/Syke, den 12.Mai 2009“

    (Quelle : Medienwissenschaftler Arne Hoffmann auf seinem Blog genderama.blogspot.com, 12.05.2009)

    Viele Grüße,
    Thomas

  8. Luka Says:

    Darf ich mal fragen, warum eigentlich die Aussage
    „Männlichkeit ist, was von Frauen begehrt wird“ so unkritisch angenommen wird, obwohl in der Argumentation Männlichkeit nur eine „Fassette“ der Sexualität darstellt?

    Insgesamt zeichnet sich in diesem Beitrag an „is-halt-so“ ab.

  9. Michel Says:

    Wieso unkritisch? Die Aussage ist meine Arbeitsdefinition für Männlichkeit. Das schließt andere Männlichkeitskonzepte natürlich nicht aus.

    Mit „is-halt-so“ meinst du vermutlich das ich an ein biologisches Erbe glaube. Die Quellen für meinen Glauben an das biologische Erbe sind im Artikel angegeben: Eigene Anschauung und Pick-Up Literatur, wenn dich das nicht überzeugt bleibt uns wohl nur ein „agree to disagree“ übrig.

  10. kluedicke Says:

    indem du schreibst „wie wir aus […] wissen“ schließt du eben andere Männlichkeitskonzepte aus, da hlift dir auch das Wort „Arbeitsdefinition“ nicht weiter…

    deine eigene Anschauung und Pick-Up „Literatur“ als Wissen darzustellen ist geradezu…. [degradierendes Wort hier einfügen]

  11. Robert Michel Says:

    Mit der Formulierung „wie wir wissen“ schließe ich nichts aus. Wenn 60-80% aller Frauen einen hohen Sozialen Rang erotisch finden, reicht das aus um eine große Anzahl an Männer zu Verhaltensänderungen zu bewegen oder Männern mit einer Neigung zu engagiert-aggressiven Verhalten einen Selektionsvorteil zu geben. Raum für andere Konstellationen bleibt dennoch.

  12. Warum ich (k)ein Biologist bin « Freiheit und Optimismus Says:

    […] zwei meiner früheren Artikel argumentierte ich mit biologisch vorgegebenen Dispositionen. In „Männlichkeit als Bedrohung und Triebfeder“ beschrieb ich das ausgeprägte Konkurrenzstreben von Männern und die gesellschaftlichen […]

  13. Anderssagen Says:

    Die Frau, das durch das Patriarchat unterdrückte Geschöpf. Wo und wann hat das alles angefangen?

    http://anderssagen.wordpress.com/2013/12/07/die-frau-das-durch-das-patriarchat-unterdruckte-geschopf/

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