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Kompetenz und Neid

Juni 10, 2013

Neid ist eigentlich nichts anderes als der Versuch die Verantwortung für seine eigene Unzufriedenheit auf äußere Umstände zu verlagern. Neid bedeutet, dass man anderen ihren Erfolg missgönnt, weil man glaubt, dass sie diesen nicht verdient hätten, dass man ihn mindestens genauso verdient hätte. Dieser Glaube dient dazu das eigene Selbstbild zu schützen. Man hofft insgeheim zu den Besten zu gehören auch wenn man eigentlich nur Mittelmaß ist. Aus dem Grund versucht man den Erfolg anderen zu relativeren und kleinzureden.

Die Wege die der Neid geht, um den Erfolg anderer kleinzureden ist durchaus amüsant. So hat die Redewendung „Geld macht nicht glücklich“ ihren Sinn ausschließlich darin, diejenigen zu erbauen, die der finanzielle Erfolg anderer bedrückt: „Du magst zwar mehr Geld haben als ich, ABER glücklich…“ Dabei macht Geld sehr wohl glücklich, wenn auch Dinge wie Freundschaft und Familie wesentlich wichtiger sind. Wenn die Überlegenheit anderer zu offensichtlich ist, versucht man mittels seichter Lügen das Spielfeld zu wechseln. Das Amüsante ist nun das die Überlegenheit der Neider auf dem neuen Spielfeld (wir sind wenigstens glücklicher) nur in ihrer Phantasie besteht. Man versucht sich diese Phantasie dadurch zu bewahrt, dass man sich gegenseitig in seiner kleinbürgerlichen Vorstellungswelt bestärkt.

Aus der Psychologie ist bekannt, dass diejenigen die für eine bestimmte Aufgabe die geringste Kompetenz haben, am ehesten dazu neigen sich selbst zu überschätzen. Das ist der Dunning-Kruger-Effekt. Teil dieses Effekts ist es, die überlegenen Fähigkeiten anderer nicht anzuerkennen. Jemand mit geringer Kompetenz seine Lebensziele zu erreichen, wird immer wieder in die Situation kommen, dass andere, denen er sich als ebenbürtig betrachtet, deutlich mehr Erfolg haben.  Es ist nachvollziehbar, dass diese Menschen sich oft benachteiligt fühlen und auch den Erfolg anderer nicht anerkennen möchten.

Ein Logischer Schritt in dieser Situation ist es, die Ursache für Erfolg oder Misserfolg nicht im eigenen Handeln zu suchen, sondern  Erfolg für das Produkt von Zufall oder übler Machenschaften zu halten. Anstatt anzuerkennen, dass man bei der Suche nach einem Partner aktiver werden muss, flüchtet man sich lieber in Glaubenssätze wie „Frauen stehen sowieso nur auf Arschlöcher“ oder ähnliches. Typisch für den Neider ist, dass er keine Vorstellung davon hat, wie man erfolgreich wird. Er missgönnt anderen ihren finanziellen Erfolg, scheut jedoch die Risiken und Mühen, die notwendig sind um diesen Erfolg zu erringen. Schlimmer ihm ist noch nicht einmal bewusst, welche Risiken und Mühen für den finanziellen Erfolg ausschlaggebend sind.

Das destruktive eigentlich fast tragische am Neiden ist, dass es von den eigentlich wichtigen Dingen ablenkt. Dass andere noch erfolgreicher sind, erschwert es nicht im Leben selbst Erfolg zu haben. Wenn andere nicht nur viel Geld haben, sondern ungerechter Weise auch noch glücklich sind, was soll es. Wichtig ist nur selbst glücklich zu werden, ob nun mit viel Geld oder wenig. Indem wir verstehen, wie wir unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten können, verlieren wir den Zwang andere für ihren Erfolg zu beneiden.