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Wie homophob ist eigentlich die Bundesrepublik?

März 13, 2010

Die Hetze gegen Gido Westerwelle nimmt absurde Züge an. Nachdem man ihm vorwarf, seine Reisebegleiter nach unlauteren Kriterien auszuwählen, hat man eine Möglichkeit gefunden en passant  homophobe Ressentiments zu bedienen. Die Tatsache, dass Westerwelle von seinem Lebenspartner begleitet wird, der möglicherweise auch geschäftlich von der Reise profitieren konnte, schafft die Gelegenheit dazu. Oder wie ist es zu erklären, dass Welt Online seinen Lesern den Sachverhalt ohne Differenzierung bewerten lässt, sodass ein Votum entsteht, das gegen Ehefrauen undenkbar wäre:

Das die Botschaft so ankam, wie sie gemeint war, zeigt der Kommentarbereich. Dort heißt es z.B:

Nach den Wahlen in NRW muss Schluss sein mit diesem Paris Hilton der deutschen Politik.

Die Deutsche Politik ist im Ansehehn der Bürger tief genug gesunken, da braucht es keine tuntige, selbstverliebte Diva, die immer ganz großes Theater macht.

Eigentlich hatte ich gehofft in Deutschland seien wir über solche Reflexe hinweg. Es ist arg eigenartig, dass ein Vorgang der jahrelange praktiziert wurde, auf einmal verdächtig sein soll.

Auch der Vorwurf, die Wirtschaftsdelegation würden nach ihrer Nähe zu Westerwelle ausgewählt, geht an der Sache vorbei. Der Sinn hinter solchen Begleitungen ist schließlich nicht, Geschäftskontakte zu knüpfen, dazu bräuchte man keinen Minister, sondern Nähe zur Regierung zu demonstrieren. Es ist also wenig sinnvoll, den Begleitern allzu große Nähe zur Regierung zu unterstellen, ohne die Praxis der Wirtschaftsdelegationen als Ganzen anzugreifen.

Momorules hat übrigens sehr Interessantes zum Thema geschrieben.