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Warum Geschlechtsdifferenz nicht gleich Diskriminierung ist

November 10, 2010

So ziemlich jedes Mal wenn eine Person des öffentlichen Lebens Frauen nicht als arme vom Patriarchat unterdrückte Opfer ansieht, sondern als mündige Menschen, die über ihr Leben selbst bestimmen können, wird Gehaltsdifferenzkeule ausgepackt. Zeigt nicht die Differenz in den Löhnen, dass Frauen massiv benachteiligt werden? Und wer das nicht sofort bejaht, wird sogleich beschimpft, er hätte ja keine Ahnung und solle die Klappe halten.

Aber die Differenz in den Löhnen zeigt tatsächlich nicht, dass Frauen massiv benachteiligt werden. Dem Schluss von der Differenz auf die Diskriminierung liegt die Annahme zugrunde, dass sich bei der Abwesenheit von Benachteiligungen eine Gleichverteilung einstellen würde und daher der Umstand, dass keine Gleichverteilung vorliegt, offenbart, dass Benachteiligungen vorliegen. Der Verweis darauf die Ungleichverteilung auf individuelle Entscheidungen zurückzuführen sind, die auf unterschiedliche Einkommenserwartungen bei Männer und Frauen führen, kann noch gekontert werden. Es müssen strukturelle Ursachen dafür benannt werden, dass Männer Berufe mit höheren Einkommenserwartungen wählen, bzw. dafür dass die Berufe die für Frauen besonders attraktiv sind an Ansehen und Gehaltsmöglichkeiten verlieren. Diese Ursachen würden die eigentlichen Benachteiligungen ausmachen, heißt es dann ohne zu konkretisieren, welche Ursachen das sein sollen.

Solche strukturellen Ursachen gibt es. Sie kommen dadurch zustande das Status für Männer und Frauen eine andere Bedeutung hat. Es haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass Status Männer für Frauen attraktiver erscheinen lässt. Damit lastete auf Männer der Selektionsdruck erfolgreich zu sein. Das heißt, dass Männer auch dann versuchen sich im Wettbewerb gegen andere Männer durchzusetzen, wenn es nicht dazu dient Frauen für sich zu gewinnen. Das hat natürlich gesellschaftliche Auswirkungen. Status und Anerkennung gibt es nicht umsonst, es liegt in ihrer Natur das man etwas aufgeben muss um sie erlangen. Daraus folgt, dass in den prestigekräftigen Berufen nur dann eine Gleichverteilung vorliegen würde, wenn die Abwägung, ob der Gewinn an Ansehen die Opfer wert ist gleich ausfallen würde. Damit ist jedoch nicht zu rechnen, da für Männer Status einen größeren Gewinn bedeutet als für Frauen. Sie sind auf diese Art von Status quasi von Natur aus gepolt. (Auch für Frauen ist Status wichtig es handelt sich jedoch um eine andere Art von Status, die sich nicht so stark in Einkommen und Beruf niederschlägt.) Solche Unterschiede stellen keine Benachteiligung dar.

Wie reagieren die Feministen auf derartige Argumente? Lassen sie sich überzeugen? Haben sie selbst überzeugende Gegenargumente? Weder noch! Für sie ist auf die Biologie Bezug zu nehmen pfui und Autobahn. Wer so etwas vertritt muss auf jeden Fall der NPD nahestehen und außerdem zeigt nicht dass es auch Frauen gibt, die in Berufen mit hohem Status oder unweiblicher Konnotation  arbeiten, dass biologische Argumente falsch sind, weil es auf das Individuum ankommt?

Natürlich ist der Einzelne durch die Biologie nicht vollständig festgelegt. Darüber hinaus gibt es in der Biologie kein Musterexemplar jeder Phänotyp weicht von den Grundbauplan seiner Spezies mehr oder weniger ab. Aber um die strukturellen Ursachen festzustellen, die zur Ungleichverteilung des Einkommens führen, reicht es aus Tendenzen aufzuzeigen und genau das haben wir getan.

Das gesagte schließt natürlich nicht aus das es weiter Mechanismen gibt die zur Ungleichverteilung beitragen und die sehr wohl eine Benachteiligung darstellen. Aber die Beweislast liegt bei den Feministen zu zeigen, dass es solche wirklich gibt, wie sie aussehen und wie sie empirisch zu belegen sind. Empirie befreites rumgeschwurbel kann man dem Feminismus nicht mehr durchgehen lassen.

 

Edit: Wie sich die besprochenen Tendenzen im Arbeitsverhalten niederschlagen, kann in der Statistik nachvollzogen werden. Das unterschiedliche Arbeitsverhalten von Männer und Frauen kann die Lohndifferenz zu großen Teilen erklären. Dem hat Christian ein Artikel gewidmet. Auch CK hatte sich schon früher mit diesem Staatsfeministschen Mythos auseinandergesetzt.